Home Gym oder Fitness-Studio?

von Patrick

Home Gym vs. Fitness Studio – Die Fitnessbegeisterung in Deutschland ist nahezu unaufhaltsam: Aber wo soll es losgehen?

Home Gym oder Fitness-Studio?

Im Jahr 2020 waren etwa 10,3 Millionen Menschen in Deutschland in einem Fitness-Studio angemeldet – trotz mehrmonatigem Lockdown. 2019 waren es hingegen noch 11,66 Millionen Mitglieder, von denen ca. 4,9 Millionen Mitglieder aktiv mehrfach wöchentlich ihr Fitness-Studio besuchten. Aber wo sollte man anfangen, im Home Gym oder im Fitness-Studio?

In diesem Beitrag findest du Vorteile der jeweiligen Trainingsumgebung.

(s. Statistik Anzahl der Mitglieder der Fitnessstudios in Deutschland von 2003 bis 2020)


Wo sollte man anfangen?

Grundsätzlich gibt es ein paar Vor- und Nachteile, die ich versuchen werde in diesem Artikel aufzuzählen, um dir eine Hilfestellung zu geben, was in deinem persönlichen Fall sinnvoller ist.

Was für ein Home Gym, also einem Fitnessbereich zuhause, spricht:

  • Zeitliche Flexiblität
  • Ungestörtheit beim Training
  • Geringe laufende Kosten (dafür aber ein hoher Anschaffungspreis)
  • Freie Gestaltung des Equipments und der Gerätschaften

Was für den Besuch eines Fitness-Studios spricht:

  • Geringe anfängliche Kosten (dafür ständige monatliche Kosten)
  • Einweisung durch Fachkräfte möglich
  • Meistens sehr hochwertige Trainingsgeräte
  • Die Atmosphäre

Ich habe mir gespart, hier Contra-Argumente explizit aufzuzählen, da ich die einzelnen Pro-Argumente noch ausführe und auf mögliche Nachteile darin dann eingehe. Daher solltest du dir alles in Ruhe durchlesen, bevor du dich entscheidest. 🙂


Pro Home Gym

Zeitliche Flexibilität: Nicht alle Fitness-Studios in ganz Deutschland haben 24 Stunden am Tag geöffnet. Zuhause kannst du „unter normalen Umständen“ an dein Eisen gehen wann du willst. Mal von der Nachtruhe abgesehen, zu der du nicht unbedingt Kreuzheben veranstalten solltest. 😀
Du bist zeitlich im Home Gym unabhängiger, da du nicht irgendwo hinfahren oder hingehen musst. Außerdem sparst du dir den gesamten Anfahrtsweg, das Durchlaufen und Umziehen in der Umkleidekabine und Duschen wird zuhause vermutlich auch schneller gehen.

Ungestörtheit beim Training: Wenn es dich stört, dass dein Training beobachtet wird, dann ist Training zuhause besser. Ich kenne einige Leute, die das als wichtigen Punkt sehen. Gerade als Trainingsanfänger fühlt man sich, von den (ich nenn sie mal) „Fortgeschrittenen“, vielleicht manchmal komisch beäugt – selbst wenn’s einem nur so vorkommt. Im Home Gym hast du die absolute Ruhe, keiner fragt nach wie viele Sätze du noch hast und Griffe oder Gewichte zusammensuchen brauchst du auch nicht. 😀

Geringe laufende Kosten (aber hoher Anschaffungspreis): Hast du dir erstmal das notwendige Equipment gekauft, hast du kaum noch Kosten, außer Strom für Licht, die Musikanlage oder meinetwegen den Fernseher, der neben dem Trainingsprogramm läuft und ggf. für die angeschafften Cardiogeräte, sofern sie denn Strom brauchen.

Freie Gestaltung des Equipments und der Gerätschaften: Du bist der Boss in deinem Gym und du bestimmst, was rein soll bzw. platzmäßig rein passt. Du hast nur 4 Mal 4 Meter Fläche zur Verfügung? Kein Problem! Du hast eine riesige Garage oder einen Keller, den du umwandeln möchtest? Alles ist möglich! Das kann und wird im Gegensatz zum Fitness-Studio jedoch ein Nachteil sein: Die Gerätevielfalt eines Fitness-Studios erreichst du niemals.

Die Anschaffungskosten darf man übrigens nicht unterschätzen – man ist bei mehreren hunderten Euro und erreicht spielend schnell einen vierstelligen Betrag. Darauf werde ich detailiert in einem gesonderten Artikel eingehen. Vergesst auch bitte nicht etwaige Reparatur- und Instandhaltungskosten. Auch ein Fitnessgerät geht irgendwann möglicherweise mal kaputt.


Pro Fitness-Studio

Geringe anfängliche Kosten (dafür ständige Kosten): Beim Fitness-Discounter heutzutage ist man mit 20-40€ zur Anmeldung mittlerweile schon dabei. Über die Jahre kommt dadurch allerdings ein ordentlicher Beitrag zusammen, mit man sich ohne Probleme ein gutes Home Gym ausstatten könnte. Bist du beispielsweise für 30 Euro Mitglied und das durchgängig 10 Jahre lang, sind das ebenfalls 3600 Euro. Dein Home Gym hätte sich möglicherweise schon lange bezahlt gemacht.

Einweisung durch Fachkräfte: Beim Einstieg im Fitness-Studio zeigt einem der Trainer/die Trainerin in die Geräte und weist einen ein. Gerade wenn man keine Erfahrung hat, ist das Erlernen der richtigen Technik an Geräten und Freigewichten die wichtigste Aufgabe zum Start! Die meisten Einstiegstrainingspläne, die man in einem Fitness-Studio bekommt, reichen zudem für den Anfang völlig aus. Man hat ferner einen Ansprechpartner im monatlichen Mitgliedspreis, falls man grundsätzliche Fragen hat. Das sollte man auch nicht vergessen.

Meistens sehr hochwertige Geräte: Fitness-Studios sind selten mit schlechten Trainingsgeräten ausgestattet, wobei ein einziges hochwertiges Trainingsgerät schon den Preis eines gesamten nicht so hochwertigen kompletten Home Gyms übersteigen kann – keine Übertreibung an dieser Stelle. 😀 Ferner werden kaputte Geräte ausgetauscht bzw. repariert, mal von der regelmäßigen
Wartung durch Fachpersonal abgesehen, welche Unfälle verhindern kann.

Die Atmosphäre: Toll fallendes Licht, die passende Musik, schweres Eisen und im besten Fall coole Leute. Tja, so ein Fitness-Studio kann, entsprechend eingerichtet, eine tolle Atmosphäre besitzen. Hast du in deiner Umgebung allerdings nur unspektakuläre Gyms, die heller ausgeleuchtet sind als ein Strand und auch den letzten Schatten beseitigen, wodurch du dir als ein noch größerer Lauch vorkommst, dann solltest du dir Zuhause etwas Vernünftiges einrichten!


Wofür entscheidest du dich?

Letztendlich musst du es natürlich für dich ausmachen, wo die Reise beginnen soll. Natürlich kannst du dich auch noch nachträglich umentscheiden, z.B. wenn dir die Atmosphäre in einem Fitness-Studio doch nicht so zusagt.

Die erste Frage, die ich mir stellen würde: Habe ich persönlich überhaupt genug Platz in meiner Wohnung bzw. meinem Haus für ein Home Gym? Verfügst du beispielsweise in einer Wohnung über ein 3. Zimmer, dann könnte neben einem Büro-Teil samt Schreibtisch etc., auch eine Kraft-Ecke hineinpassen. Wie ich bereits meinte, bedarf es grundsätzlich nicht viel Platz. Leg den Boden mit vernünftigen Gummi-Platten oder einem dünnen gummierten Boden aus und achte darauf, sofern du nicht im Erdgeschoss wohnst, deine Nachbarn unter dir nicht unnötig zu nerven. 😀
Hast du ein Haus (oder wohnst noch im Elternhaus und hast die Erlaubnis für den Keller, den Dachboden oder beispielsweise die Garage), hast du bereits einen deutlichen Vorteil gegenüber einer Wohnung und könntest dir gemütlich ein Gym zuhause einrichten. Natürlich vorausgesetzt, dass du für die Einrichtung ein paar Taler mehr übrig hast, denn wie ich bereits oben beschrieben hab, kann ein Home Gym zum Start ganz schön kostenintensiv sein.

Zur genauen Ausgestaltung eines Home Gyms, werde ich dann zeitnah einen separaten Beitrag verfassen.

Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir einen guten Start in den Sport! 🙂

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