Der Mesomorph – Körpertypen im Fokus

von Patrick

Teil 3 der „Körpertypen im Fokus“-Serie: Der Mesomorph

Der Mesomorph – Körpertypen im Fokus

Ein ziemlich heikles Thema im Kraftsport ist die Kategorisierung des eigenen Körpers. Mit einer schlechten Grundvoraussetzung (auf dem Papier) sinkt die Motivation und damit auch die Erfolgschance eines jeden Bodybuilders.
Dabei ist es doch egal.. oder.. ist da was Wahres dran? 😉

Hier findest du die beiden weiteren meiner Beiträge zu den verschiedenen Körpertypen verlinkt:
Ektomorph (Hardgainer)
Endomorph (Softgainer)

Im dritten Teil der Beitragsserie „Körpertypen im Fokus“ geht es um den mesomorphen Körpertyp.


Der Mesomorph

Anders als die beiden anderen Körpertypen, besitzt dieser Körpertyp keinen (zumindest mir bekannten) Beinamen. Wenn es darum geht, ihn mit seinen Eigenschaften zu betiteln, dann ist er definitiv ein Softgainer an Muskelmasse.. und ein Hardgainer an Fett. 😀 Aus jedem Körpertyp kann man zwar mit einer guten Ernährung und hartem Training, so ziemlich alles herausholen, aber dennoch hat der Mesomorph aufgrund seiner Grundvoraussetzungen ein Ass im Ärmel und wird oftmals als „athletischer Körpertyp“ betitelt.

Fettaufbau ist für den Mesomorph zwar nicht unmöglich, aber erschwerter als beim Softgainer. Das gibt ihm mehr Freiheiten in seiner Ernährungsweise. Auch ist der Fettabbau ungehemmter – der mesomorphe Körper gibt sein Fett relativ zügig ab und klammert nicht zu sehr.
Die Regenerationsfähigkeit nach einem schweren Krafttraining ist beim Mesomorph ausgezeichnet. Würde man Softgainer (Endomorph) und Mesomorphs vergleichen, dann hätte letzterer bei gleichwertiger Ernährung in der Regel einen besseren Muskelaufbau.

Der wahre Kalorienbedarf eines Mesomorphs entspricht etwa seinem berechneten Ergebnis, möglicherweise mit einem kleinen Aufschlag von bis zu 5%. Das ist dann nicht dem Kalorienplus für den Muskelaufbau geschuldet, sondern seinem erhöhten Kalorienbedarf. Zusätzlich sollte er, für den Muskelaufbau, nochmal 250-300 kcal drauflegen.


Der letzte Satz gibt mir nochmal die Chance..

einen Mythos anzusprechen. Wenn ein Mensch, der sich kraftsportlich nicht bestätigt, täglich 500 Kalorien über seinem Kalorienbedarf liegt, dann wird er oder sie etwa 1,7 kg an Fett pro Monat zunehmen.
Niemand kann eine sinnvolle und biologisch nachvollziehbare Erklärung geben, warum mit den 15000 Kalorien extra pro Monat(!) etwas anderes geschehen sollte, nur weil man Kraftsportler ist und seine Muskeln trainiert.

Hat der Körper durch den Kraftsport, also die Trainingseinheit selber und den Nachbrenneffekt einen erhöhten Kalorienbedarf?
Definitiv! Aber wandern die 15000 Kalorien einfach so in die Muskulatur?
Nein! 15000 Kalorien extra, sind etwa 3,6 Kilogramm Protein – würde man die Energie nur daraus gewinnen.
So viel Gesamtmuskulatur bauen die meisten Sportler nicht mal in einem Jahr auf und dabei sollte man noch beachten, dass das Muskelgewicht zu einem großen Teil aus Wasser besteht.

Aber zurück zum Thema:

Sein Körperbau ist mit einem Wort bezeichnet: Athletisch. Eine natürliche V-Form verdankt er seiner schmalen Hüfte und seinen breiten Schultern.


Muskelaufbau für einen Mesomorph

Wie bereits geschrieben, funktioniert der Muskelaufbau beim mesomorphen Körpertyp recht schnell. Wie schnell hängt natürlich immer von der eigenen Disziplin ab, wobei Disziplin im kraftsportlichen Sinne eine gute Ernährung und zielgerichtetes kontinuierliches Training bedeutet.

Auch aus ihm wird kein „Überdurchschnitt“, wenn er (oder sie) sich nicht reinhängt.

Der Mesomorph kann beim Training richtig reinhauen und sollte nichts unversucht lassen. Ein hoher Split, beispielsweise 4er oder 5er Split, ist genau das Richtige. Aber auch ein Training der gleichen Muskelgruppen mit höherer Frequenz (3er Split auf 5 oder 6 Trainingseinheiten pro Woche) zwingt die Muskelregeneration des Mesomorphs üblicherweise nicht in die Knie.

Die Basis sollten definitiv Grundübungen bilden, aber Isolationsübungen müssen trotzdem sein, um den Muskel ausreichend zu belasten und Muskelaufbaureize zu erzwingen.

Auch ein Mesomorph stagniert allerdings irgendwann mal – das gezielte Einsetzen von Intensitätstechniken kann sich dann besonders lohnen. Hohe Intensitäten sind für ihn wenig problematisch, einige Trainingszyklen HIT oder PITT können ferner frischen Wind ins Training bringen. 😉

Da der Mesomorph kaum Fett aufbaut, muss er sich um seinen Körperfettanteil nicht allzu große Sorgen machen. Wer allerdings deutlich zu viel isst, dem bleibt eine Diätphase („Definitionsphase“) dann allerdings auch nicht erspart.


Ernährung für einen Mesomorph

Die richtige Ernährung für einen ihn bedeutet: Proteinreich, aber nicht zu kalorienarm! Low carb oder sogar low fat ist nicht nötig.

No food? No gain. Wer als Mesomorph nicht aufbaut, der wird einfach nur deutlich zu wenig essen. Selten liegt das Problem am Training sondern deutlich öfter an der nicht ausreichenden Ernährung. Wird die Hose wider erwarten am Bauch doch mal etwas enger, dann muss der Mesomorph ein paar diätreiche Wochen einlegen und dann geht es weiter. 😉

Der Einsatz von Supplementen ebenfalls möglich, denn warum sollte man nicht versuchen das Optimum mit der guten Basis herauszukitzeln:
Whey-Protein im Anschluss an das Training, kann die tolle Regenerationsfähigkeit des mesomorphen Körpertyps mit ausreichend Protein unterstützen. Auch über eine Supplementierung von Creatin kann man nachdenken. Um auch über Nacht anabol (muskelaufbauend) zu bleiben, empfiehlt sich auch hier Kasein über Nacht.


Fazit

Mesomorphe Körpertypen sind von der Natur schon etwas bevorzugt worden, das kann man nicht anders sagen: Eine schmale Hüfte und die breiten Schultern, bieten eine natürliche V-Form. Der geringe Fettansatz und die schnelle Regenerationsfähigkeit ergeben ein tolles Gesamtpaket.

Aber auch als Hard- oder Softgainer besteht kein Grund auf diesen Körpertyp neidisch zu sein, tolle Ergebnisse im Fitness-Sport bzw. Bodybuilding sind mit jedem Körpertyp machbar. Ändern kann man doch an solchen von der Biologie entschiedene Details sowieso nichts.

Faszinierend beim Mesomorph ist die hohe Trainingsbelastbarkeit. Ins Übertraining zu gelangen ist fast unmöglich, also kann man im Training richtig reinhauen und das sollte er auch wirklich tun. Eine proteinreiche Ernährung ist auch beim diesem Körpertyp sehr wichtig, damit es voran geht, aber das ist bekannt.

Train hard!

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