Warum du einer Waage ehrlich nicht trauen kannst

von Patrick

Warum dir eine Waage deinen Fortschritt nicht gut aufzeigen kann


Warum du einer Waage ehrlich nicht trauen kannst

Jeder kennt sie, manch einer hasst sie – vielleicht sogar berechtigterweise.

Warum du einer Waage auf dem Weg der körperlichen Verbesserung nicht immer trauen solltest, das erfährst du in diesem Beitrag. Zusätzlich gebe ich dir Tipps, wie du Messungenauigkeiten mit der Waage minimierst.

Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Natürlich kann keine Waage der Welt etwas dafür – du stellst dich drauf, sie wiegt dich. Der Beitrag geht nicht darum, eine Waage als technisches Gerät schlecht zu machen, sondern dich für den Umgang mit diesem Gerät zu sensibisilieren. 🙂


Viele versuchen ihren Fortschritt mittels Waage zu messen

Es ist das normalste der Welt: Du befindest dich in einer Diät, in einer sogenannten „Definitionsphase„, und versuchst deinen Fortschritt mittels einer Waage festzuhalten. Da du einiges dafür tust, um Fett abzubauen, sollte man das auch auf der Waage sehen können, bist du der Meinung. Sich mittels einer Waage zu wiegen ist der Normalfall und selbst im Bereich Fitness noch sehr häufig vertreten, obwohl wir es eigentlich besser wissen sollten.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass man auch leichter wird, wenn man Fett verbrennt und es sich zu einem gewissen Teil auch auf das Messergebnis der Waage auswirkt. Insbesondere wenn es um eine hohe Menge an Kilogramm und einen gewissen Zeitraum zwischen zwei Messungen geht, dann kann dir die Waage einen akzeptablen Anhaltspunkt bieten. Diätest du beispielsweise seit 3 Monaten und heute ist die erste Zwischenmessung, dann wird das, vorausgesetzt du bist es richtig angegangen, deine Waage garantiert widerspiegeln.

90% der Abnehmwilligen wiegen sich jedoch nicht so behutsam, sondern steigen gefühlt alle 2 Tage (oder sogar täglich) auf die Waage und da kommen wir in den Bereich des eigentlichen Problems: Gerade bei mehreren Messungen in einem kurzen Zeitraum (z.B. innerhalb von 2 Wochen) kann man sich absolut nicht auf die Waage verlassen, denn körperliche Veränderungen (z.B. im Wasserhaushalt, um mal nur einen Faktor zu nennen, der sehr viel verändern kann) lassen schlicht und ergreifend keine objektive Messung zu. Wie kann man seinen persönlichen Fortschritt nun verlässlich(er) erkennen?


Wie lässt sich dein Fortschritt verlässlich erkennen?

Mit den nachfolgenden Methoden lassen sich Fortschritte verlässlicher erkennen:

1. Muskelmasse wiegt etwas mehr als Fett, wie sich im Titelbild dieses Beitrages deutlich erkennen lässt. Die Frau ist deutlich schlanker, aber trotzdem ein gutes Stück schwerer. Dieser kombinierte Erfolg, also Muskelmasse auf- und Fett abgebaut zu haben, lässt sich am besten im Spiegel feststellen. Wenn du auf ein geringeres Ergebnis auf der Waage hoffst, wird dich der Muskelaufbau bei deinem Vorhaben vermutlich sabotieren.

Mein gut gemeinter Tipp: Man muss nicht immer das wenigste wiegen, was möglich ist. Die Waage gibt eine Zahl an, die nun mal nicht sinkt, wenn man Muskulatur aufbaut und darauf sollte man sich einstellen. Da die meisten Menschen jedoch nicht über einen wirklich geringen Körperfettanteil verfügen, ist vorher deutlich mehr Fett abzubauen, als man Muskulatur in kurzer Zeit aufbauen kann. Nach unten geht das Gewicht also vorläufig sowieso.

2. Ein Bild sagt 1000 Mal mehr als eine einfache Messung mit einer Waage, insofern solltest du deinen körperlichen Zustand von Zeit zu Zeit mittels Bilder festhalten, um deinen Fortschritt überwachen zu können. Im Zeitalter der Handykameras, Selfies und co. sollte dies für nahezu jeden sehr leicht sein. Achte am besten auf die gleichen Lichtverhältnisse, um möglichst objektive Vergleichsbilder zu bekommen. Natürlich können dir besonders gute Lichtverhältnisse auch schmeicheln und dich zusätzlich motivieren, wenn du dank deiner neuesten Fortschritt ein besonders tolles Bild hinbekommst.

3. Wenn du Fett verbrennst, schmälern sich automatisch auch deine Umfänge. Insbesondere an den Regionen, die am meisten mit Fett bedeckt sind, wirst du einige Zentimeter an Umfang verlieren. Üblicherweise sind das der Bauch, Hüfte, der Po sowie in den meisten Fällen auch die Oberschenkel. Miss diese Stellen von Zeit zu Zeit mit einem Maßband und notiere dir die Ergebnisse. Auch hier gilt aber: Nicht zu häufig messen, denn du wirst von Heute auf Morgen garantiert keine 2 cm am Oberschenkel oder am Bauch verlieren.

4. Kleidung ist ebenfalls ein Erfolgsindikator: Wenn die Hose, die dir vor 2 Monaten noch zu eng war, plötzlich perfekt oder besser sitzt, hast du garantiert an Fett verloren. Wenn das Shirt am Bauch nicht mehr spannt, ist das ebenfalls der Fall. Die meisten Menschen bemerken ihren Fettverlust übrigens am Gürtel: Wenn du deinen Gürtel mit der der Zeit ein oder zwei Löcher enger schnallen kannst, dann wirst du im Bereich des Bauches bzw. der Hüfte Fett verloren haben. Es ist das gleiche Prinzip wie bei dem Punkt davor: Umfänge schmälern sich, nur, dass du diese gerade nicht bewusst misst sondern dies in einer alltäglichen Situation bemerkst.


Messungenauigkeit mit der Waage einschränken

Natürlich kannst du trotzdem deine Waage einsetzen und dich wiegen. Ich werde versuchen dir mit meinen Tipps etwas Abhilfe zu schaffen, damit die Messungen so objektiv wie möglich werden. Was nun folgt, sind garantiert keine bahnbrechenden Tipps – aber glaubt mir, es gibt genug Leute, die nicht an solche Details denken und sich daher immer über völlig andere Messergebnisse wundern müssen.

Meine Tipps in Bezug auf das Wiegen. Versuche an folgende Dinge zu denken, bevor du dich wiegst:

1. Wiege dich grundsätzlich immer morgens, direkt nach dem Aufstehen, nach dem morgendlichen Toilettengang und selbstverständlich vor deinem Frühstück. Du hast zwar noch Essen vom Vortag im Verdauungstrakt, aber eine hundertprozentige Objektivität gibt es beim Wiegen sowieso niemals.

2. Die Kleidung sollte immer das gleich viel wiegen, auf gut Deutsch: Wiege dich am besten immer in der gleichen Kleidung oder eben ohne Kleidung.

3. Am Vortag solltest du nicht besonders viele Kohlenhydrate zu dir genommen haben. Damit meine ich nicht, dass du keine Kohlenhydrate zu dir nehmen sollst, sondern eben nur deine gewöhnliche Menge. Sich nach Refeed-Tagen (Aufladetagen) zu wiegen, macht wenig Sinn, denn mit jedem Gramm Kohlenhydrate speichert der Körper zusätzliches Wasser, was dein Messergebnis verfälscht.

4. Im Grunde fallen Messungen außerhalb deiner vier Wände, z.B. im Fitness-Studio, flach. Die Waage, die dort steht, wirst du sicherlich nicht unter den Umständen des Punkt 1 verwenden, von daher solltest du dich nur zuhause wiegen.


Fazit

Vertraue nicht bzw. nicht immer auf deine Waage. Kleine Veränderungen können große Messunterschiede auf der Waage ergeben, die dich letztendlich demotivieren könnten. Das gilt es zu verhindern.

Wenn du meine Tipps beachtest, kannst du Demotivation womöglich komplett verhindern und dich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren: Dein Training und deine Ernährung.

Maximale Erfolge!

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