Die 10 größten Ernährungsfehler aufgedeckt

von Patrick

Was kursiert an Gerüchten über unsere Lebensmittel? Das hier sind die 10 größten Ernährungsfehler..

Die 10 größten Ernährungsfehler aufgedeckt

Es kursieren so einige Gerüchte über unsere tägliche Ernährung, die aus Fehler entstanden sind oder einfach missinterpretiert wurden. Damit du auf einem vernünftigen Stand bist, habe ich sie für dich gesammelt. 🙂

Manche Irrtümer sind schlimm, wenn du an sie glaubst, da sie deine Ernährung einschränken können (wie z.B. Punkt 4, aber den liest du gleich) und manche sind schlichtweg gefährlich, wenn du dir damit ein Übergewicht aufbaust.


1. „Spinat enthält viel Eisen“

Diese Behauptung entstand durch einen kleinen (großen) Berechnungsfehler eines Wissenschaftlers.

Er verwendete Ende des 19. Jahrhunderts zur Ermittlung des Eisenanteils in Spinat nämlich Spinatpulver und nicht die herkömmlichen Spinatblätter.
Gut, immerhin wusste man danach: Spinatpulver besitzt 35 mg Eisen auf 100 Gramm. Über handelsüblichen Spinat hatte diese Berechnung jedenfalls keine Aussagekraft – das weiß man jetzt, wusste man aber damals natürlich nicht. Der Spinat-Mythos überdauerte viele Generationen und Spinat war mit seinem besonders hohen Eisenanteil auf jedem Kinderteller sehr beliebt. Wer lernte als Kind nicht die Cartoon-Figur Popeye kennen, die durch den häufigen Verzehr von Spinat große Muskeln an den Aarmen aufgebaut hat? 😀

Popeye und Spinat
Popeye und der Eltern-Hype um Spinat: Auch wenn er keine Muskeln aufbaut, ist er gesund.

Handelsüblicher Spinat enthält, das weiß man jetzt, übrigens „nur“ 2,75 mg Eisen auf 100 Gramm und reiht sich damit in die herkömmliche Werteumgebung des Gemüses ein. Ungesund oder langweilig ist Spinat dennoch nicht, der Eisengehalt ist zwar durchschnittlich, aber Spinat enthält auch andere Mineralien wie Kupfer und Magnesium.


2. „Der Fruchtzucker in Obst macht nicht dick“

Eltern erzählen ihren Kindern oft, dass sie lieber zu Obst greifen sollen, statt Bonbons zu essen, da Obst gesünder sei und nicht dick mache. Das ist ein Irrtum.

Natürlich enthält beispielsweise eine Banane oder ein Apfel mehr Vitamine als eine handvoll Schokokekse, aber gesund ist weder der im Obst enthaltende Fruchtzucker in Massen noch der in Süßigkeiten enthaltende Einfachzucker in Massen. Zucker ist Zucker und Kalorie ist Kalorie.

Mal ein Stück Obst ist kein Problem, genau wie mal ein paar Süßigkeiten kein Problem sind, aber um sich gesund und kalorienarm zu ernähren, sollte man dann doch lieber verstärkt zu Gemüse greifen.


3. „Essen vor dem Schlafen macht dick“

Das ist ein deutlicher überholter Ernährungsmythos.

Ob wir zunehmen, hängt davon ab ob wir dem Körper mehr Kalorien bzw. Energie in Form der Nahrung zur Verfügung stellen, als er am gesamten Tag benötigt. Dabei ist es egal ob wir bereits morgens um 11 Uhr dieses Limit deutlich überschritten haben oder erst um 22 Uhr, wir werden zunehmen. Idealerweise haben wir das Limit nicht überschritten und nehmen nicht zu.

Fakt ist, dass sich das abendliche Essen zu den Kalorien addiert wie jedes andere Essen am Tag auch. Die Gesamtbilanz ist entscheidend! Es gibt Ernährungsformen bzw. Betrachtungswinkel, die der Uhrzeit bewusst eine Bedeutung schenken, wie beim Intermittierendem Fasten. Da spielt jedoch weniger die fixe Uhrzeit eine Rolle, als die Stunden, die man nichts verzehrt.


4. „Tiefgekühltes Gemüse ist ungesund, weil es keine Vitamine enthält“

Weitverbreitet (aber glücklicherweise falsch) ist dieser Mythos. Wenn ich für jede Unwahrheit in diesem Beitrag so oft mit einer Glocke läuten würde, wie sie ausgesprochen und übermittelt wird, müsste ich für diese angebliche Wahrheit vermutlich 20 Minuten mit der Glocke um den Block joggen – so oft hört man diesen Ernährungsfehler, der eine gesunde Ernährung beeinträchtigen könnte.

Durch das Einfrieren von Gemüse nach der Ernte, bleiben die Vitamine komplett erhalten. Anders als bei ungefrorenem Gemüse, bleiben diese Vitamine somit über Wochen und Jahre im Gemüse „frisch“. Frisch getautes Gemüse hat somit einen höheren Vitamingehalt als Gemüse, dessen Ernte schon einige Zeit her ist, und kann somit als absolut frisches Gemüse betrachtet werden. Denn der Vitamingehalt ist frisch nach der Ernte natürlich am höchsten.


Tiefkühlgemüse ist deutlich besser als sein Ruf.


Es gibt Tiefkühlgemüse mittlerweile nahezu jeder Sorte, egal ob Brokkoli, Blumenkohl oder gemischtes Gemüse. Keine Angst also vor Tiefkühlgemüse. 😉


5. „Eier erhöhen den Cholesterinspiegel“

Das in Eier enthaltende Cholesterin ist bei gesunden Menschen nachweislich nicht in der Lage den Cholesterinspiegel zu erhöhen. Täglich Eier zu essen stellt also kein Problem dar. In einigen Fällen kann Ei sogar den Cholesterinspiegel senken.

Personen, deren natürliche Cholesterinregulation durch eine Krankheit oder per Genetik eingeschränkt ist, befragen zum hohen Eiverzehr vorher lieber ihren Arzt.


6. „Mit Light-Produkten nimmt man ab“

Es gibt Light-Produkte in vielen Varianten, aber nicht jedes Produkt ist wirklich „light“ an Kalorien.

Während es beispielsweise mit Light- oder Zero-Limonaden, sofern sie 0 kcal besitzen, unmöglich ist zuzunehmen, vergeben manche Lebensmittelhersteller das Light-Prädikat ihren Produkten z.B., wenn sie höher energetische, also kalorienhaltigere Inhaltsstoffe durch weniger kalorienreichen Inhaltsstoffen ersetzt haben. Ein Käse mit verringertem Fettanteil, kann demnach als Light-Käse betitelt werden, aber dennoch eine ordentliche Kalorienbombe sein.

Denn letztendlich hängt hier immer vom Ursprungsprodukt ab, wie kalorienreduziert ein Lebensmittel oder Produkt überhaupt werden kann. Eine fettreiche Mayonnaise kann beispielsweise niemals wenige oder nahezu gar keine Kalorien besitzen, auch wenn es „Light-Mayonnaise“ ist.

Ein Blick auf die Nährwerteübersicht vor dem Kauf, verhindert womöglich eine spätere Enttäuschung. 🙂


7. „Kaffee dehydriert“

In vielen Ländern wird Kaffee mit einem Glas Wasser serviert, um einer möglichen Dehydration (Entwässerung) entgegenzuwirken.
Richtig ist, dass Kaffee harnstimulierend wirken kann und man daher eher auf die Toilette muss als üblich.

Aber dabei ist es egal ob man Wasser, Kaffee oder Limonade getrunken hat, entwässern und austrocknen wird man deshalb nicht.

Lang überholt, ist der Mythos, dass Kaffee den Körper übermäßig dehydriert.


8. „Kartoffeln machen dick“

Kartoffeln besitzen gar nicht so viele Kalorien, wie man ihnen normalerweise zurechnet.

100 Gramm Kartoffeln schlagen mit etwa 70 Kalorien zu buche. 100 Gramm Reis mit etwa 5 Mal so vielen Kalorien(!). Erst die Beilagen wie fettige Cremesaucen und Butter, machen ein kartoffelhaltiges Essen zu einer ordentlichen Kalorienmenge. Oder beispielsweise der Vorgang des Frittierens, bei Pommes.

Gesunde Beilagen zu Kartoffeln sind gar kein Problem.


9. „Karotten sind gut für die Sehstärke“

Karotten enthalten Beta-Carotin. Unser Körper kann Beta-Carotin in Vitamin A umwandeln. Vitamin A schützt zwar vor Nachtblindheit, ist aber leider nicht in der Lage die Sehstärke zu verbessern.

Um seine Sehleistung konstant zu halten, sollte man darauf achten genug Wasser zu trinken. Und – das ist mittlerweile durch Studien belegt – von schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund (auf Displays) Abstand nehmen. Das ist der Grund, warum die Neuauflage von Fitn3ss.de in einer Dark-Mode-Optik erschienen ist.

Der schwarze Hintergrund ist deutlich entspannter für die Augen und führt, auf lange Sicht betrachtet, nicht zu einer Kurzsichtigkeit. Zusätzlich ist diese Betrachtungsvariante, falls du auf einem Smartphone surfst, deutlich akkuschonender. Win-win-Situation. 😉


10. „Schokolade macht glücklich“

Oft wird behauptet, dass speziell der Verzehr von Schokolade glücklich macht. Dem ist nicht so.

Der Verzehr von Schokolade (wie auch von anderen süßen Lieblingssünden) kurbelt das Belohnungszentrum im Gehirn an und dadurch entsteht (möglicherweise) ein Glücksgefühl. Das ist aber auch in vielen anderen Lebenslagen so, z.B. wenn man etwas gewinnt, wenn man befördert wird, wenn man Lob ausgesprochen bekommt, wenn man sich etwas kauft, wenn man eine Person sieht die man mag und so weiter. Im Grunde machen alle positiven Lebenslagen glücklich.

Serotonin, der Glücksbotenstoff, ist in Schokolade jedenfalls nicht übermäßig enthalten, selbst in Tomaten steckt mehr. Das ist im Endeffekt aber sowieso nebensächlich, da dieses Serotonin niemals über den Blutkreislauf zum Gehirn durchgelassen wird. Serotonin produziert unser Gehirn nur selber.

Tomaten und Schokolade darfst du natürlich trotzdem essen – auch wenn beides keinen direkten Einfluss auf deine Glücksgefühle hat, freut es dich vermutlich trotzdem. Die Schokolade vermutlich etwas mehr. 😀


Kanntest du bereits einige dieser Ernährungsfehler?

Falls du weitere Irrtümer und Fehler kennst, die du hier vermisst, kannst du sie gerne in der Kommentarsektion hinterlassen. Wenn du diese Irrtümer und Fehlbetrachtungen noch nicht kanntest, schicke sie gerne an deine Freunde, um ihnen ebenfalls etwas Wissen da zu lassen.

Viel Spaß noch auf meiner Website! 🙂

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