Eiweißbrot – Top oder Flop?

von Patrick

Ist Eiweißbrot gut für den Muskelaufbau oder doch nur Geldmacherei?

Eiweißbrot – Top oder Flop?

Was taugt es? Eignet es sich zum Muskelaufbau bzw. zum Abnehmen oder ist es nur eine Erfindung um den fitnessbewussten Menschen Geld zu entlocken?

Wer Eiweißbrot im Supermarkt oder beim Bäcker des Vertrauens findet, der wird zu erst merken, das es teurer ist als herkömmliches Brot. Auffallend ist auch das Verpackungsdesign, welches gezielt jüngeres Klientel ansprechen soll. Darüber hinaus steht auf nahezu jeder Verpackung groß der Trendbegriff Low Carb.

Inwiefern der Begriff Low Carb zutrifft und für wen sich Eiweißbrot eignet, das wird dir mein Beitrag vermitteln.


Warum heißt es Eiweißbrot?

Der Titel ist tatsächlich keine Lüge oder Marketing-Gag. Nahrungsmittel werden bekanntlicherweise in unsere 3 Makrtonährstoffe aufgeteilt: Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett.
Anders als bei herkömmlichen Schwarzbrot, wo der größte Anteil der Nährstoffverteilung (ca. 75%) auf Kohlenhydrate abfällt, besteht das eiweßhaltigere Brot bei der Nährstoffverteilung etwa zu einer Hälfte aus Eiweiß.
Die andere Hälfte nimmt Fett fast für sich alleine ein und nur lediglich etwa 17% Anteil haben die Kohlenhydrate.
Wenn man hier den Kohlenhydratanteil mit herkömmlichen Schwarzbrot vergleicht (17% Kohlenhydrate zu 75% Kohlenhydrate), schmückt sich das Eiweißbrot zu Recht mit dem Begriff Low Carb.

Kleiner Hinweis: Das bedeutet nicht, dass 50% einer Scheibe Eiweißbrot (z.B. 60 Gramm) aus Eiweiß bestehen, sondern lediglich das die Hälfte der Nährstoffe insgesamt Eiweiß ausmacht. Pro Scheibe (60 Gramm) enthält das Brot, welches mir vorlag, etwa 15 Gramm Eiweiß, also etwa 25% Anteil an der Gesamtmasse. Die restlichen Kalorien werden durch den hohen Fettanteil (und den geringen Kohlenhydratanteil) gedeckt.

Achtung: Eiweißbrote sind allerdings nicht alle identisch.
Es existiere Varianten mit einem Kohlenhydratanteil von bis zu 30%, während es im Umkehrschluss auch Varianten gibt, mit einem einstelligen Kohlenhydratanteil. Ein Blick auf die Nährwerttabelle ist daher im jedem Fall notwendig, um zu erfahren wie das jeweilige Brot tatsächlich zusammengesetzt ist.


Für wen eignet sich Eiweißbrot?

Darüber wird oft differenziert berichtet: Die eine Seite findet, dass es eine tolle Erfindung ist – die Gegenseite zerschmettert es aufgrund seines Preises und dem hohen Kalorienanteil, trotz dem meist verwendeten „Low Carb“-Aufdruck – und da liegt der Fehler in solch einer Bewertung.

Da sich einige übergewichtige Menschen von dem Begriff Low Carb versprechen, dass sie automatisch abnehmen, sobald sie ein derartiges Nahrungsmittel in ihre Ernährung mit einbeziehen (indem sie z.B. Schwarzbrot mit Eiweißbrot ersetzen), sind sie nach näherer Betrachtung über den hohen Kalorienanteil verwundert oder gar enttäuscht.
Niemand hat jemals in der Geschichte von irgendeiner Low-Carb-Ernährungsform überhaupt irgendwo zu irgendeiner Zeit gesagt: „Low Carb macht automatisch schlank.“ Die Assoziation und die entsprechene Verurteilung, wenn Abnehmen dann doch nicht klappt, entspringt daher dem eigenen Irrtum.


Eiweißbrot zum Abnehmen?

Low-Carb-Ernährungen sind geeignet um Blutzuckerspiegelschwankungen auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn das die Ursache ist, warum man übergewichtig ist, wird man alleine durch das Meiden von unnötigen Kohlenhydraten abnehmen. Deutlich häufiger ist jedoch die Ursache des Übergewichts, dass man einfach über dem Kalorienbedarf hinaus dem Körper Energie in Form von Nahrung zuführt. Auf gut Deutsch: Man isst einfach zu viel.

Eiweißbrot besitzt in etwa die gleichen Kalorien wie herkömmliches Schwarzbrot (oder durch den hohen Fettanteil sogar mehr) und eignet sich daher nicht wirklich, wenn man Kalorien sparen möchte. Wer dennoch Kohlenhydrate reduzieren möchte oder im Rahmen einer Low-Carb-Ernährungsform sogar reduzieren muss, für den eignet es sich wiederum.


Eiweißbrot für den Muskelaufbau?

Es ist eine Sache ganz sicher: Eiweißreich. Darüber hinaus ist es aber, wie der Name schon sagt, noch etwas: Nämlich ein Brot. 😀
Wer hier hochwertiges Ei-Protein oder gar Molkeeiweiß (Whey) oder Casein erwartet, der sucht vergeblich. Eiweißbrot besteht aus mittelmäßig wertigem pflanzlichem Eiweiß (Weizeneiweiß und Sojaeiweißkonzentrat) und guten Fetten (Leinsamen, Sonnenblumenkernen).

Wer, so wie ich, gerne mal ein Brot isst und nicht vor hat seinen gesamten Eiweißbedarf mit Eiweißbrot zu decken, für den ist Eiweißbrot sicherlich eine Empfehlung wert, wenn es um den Muskelaufbau geht. Darüber hinaus schmeckt es mir sogar noch besser, aber dazu komme ich jetzt.


Schmeckt Eiweißbrot?

Mir persönlich schmeckt es sehr gut, es ist geschmacklich meinem Empfinden nach locker mindestens auf einer Höhe mit Vollkornbrotsorten, aber wie gesagt, ich kann nicht für alle Brote dieser Welt sprechen und Geschmack ist immer eine subjektive Betrachtung.
Eiweißbrot mit Puten- oder Hähnchenbrust, Käse oder einem Aufstrich ist eine tolle Kombination. Ich kenne einige Berichte, in welchen dem eiweißhaltigen Brot ein schlechter Geschmack nachgesagt wird. Das liegt sicherlich daran, dass nicht nur die Geschmäcker verschieden sind, sondern das sich die verschiedenen Marken in ihrer Zusammensetzung unterscheiden.

Da gibt es nur eine Möglichkeit: Wenn dich dieses Lebensmittel interessiert, solltest du es selber ausprobieren!

Guten Appetit!

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