Warum dich Cardio-Training nicht schlank macht

von Patrick

Die Wahrheit über gewöhnliches Cardio-Training

Warum dich Cardio-Training nicht schlank macht

Jeder kennt das übliche Prozedere: Person X möchte abnehmen, also stellt sich Person X nun regelmäßig auf das Laufband und joggt 30, 45 oder 60 Minuten lang. Nicht wirklich unüblich sind abnehmfanatische Frauen und Männer, die anschließend, nach ihrem 45-minütigen Lauf, nochmal für 45 Minuten auf dem Fahrradergometer strampeln.
Das sind natürlich nur Beispiele, tatsächlich wird man auch Einzelfälle finden, die insgesamt über 2 Stunden Cardio-Training am Stück absolvieren – und das vermutlich 3 oder 4 Mal wöchentlich, zum Zwecke des schnellen Abnehmens versteht sich.

Warum genau das alles absolut grundlegend falsch ist und Cardio-Training nicht nur deine Abnehmziele sabotieren, sondern deinen Körper auch noch daran hindern kann Körperfett überhaupt zu verbrennen, das erfährst du in diesem Beitrag.
Natürlich werde ich dir auch zeigen, wie du es besser machen kannst.
Aber zuerst möchte ich noch etwas ausholen und dir einen Denkanstoß geben, wer Interesse daran haben könnte, dass du oder deine Mitmenschen es genau so versuchen wie oben beschrieben – und faktisch keine Erfolge erreichen.


Ein übergewichtiger Kunde ist dauerhaft Kunde

Traurigerweise statten massenweise Fitness-Trainer ihre neue Kundschaft oftmals genau mit so einem deftigen Cardio-Programm aus. “Kraftgeräte? Brauchst du erst später. Erstmal verbrennst du dein überschüssiges Fett mit Cardiotraining!”
Sicherlich ist Cardio-Training bei wirklich massiv Übergewichtigen, mit beispielsweise 160 Kilogramm auf 1,80 m Körpergröße, die einzige Möglichkeit, um überhaupt irgendwie in den sportlichen Bereich vordringen zu können. In solchen Fällen geht es schlichtweg darum, eine Bewegung auszuführen, die die Gelenke nicht mehr als notwendig belastet und die eine gewisse Zeit lang aufrecht erhalten werden kann, aber das ist ja auch nicht die Norm. Der übliche Kunde im Fitness-Studio hat bei Beginn vielleicht 10, 20 oder 30 Kilogramm zu viel – aber nicht 70 oder 80.

Warum Fitness-Trainer so handeln, lässt sich an zwei Punkten abzählen:
1) Sie wissen es nicht besser. Nicht alle Trainer verfügen über ein breites Wissen, über jahrelange Erfahrungen oder hochwertige Schulungen, die sie umfangreich ausgebildet haben. Insbesondere im Fitness-Discounter-Bereich trifft man oftmals Trainer an, die anhand einer Art Handbuch angelernt wurden. Stehen im Handbuch nun genau solche Herangehensweisen, ist die Ursache klar und der Trainer selber kann im Grunde nicht viel dafür und wird, früher oder später, hoffentlich eigenständig recherchieren und sich einer besseren Herangehensweise belehren lassen.

2) Sie handeln mit geschäftlichen Hintergrund. Ein Fitness-Studio braucht die Einnahmequelle Kunde sehr dringend, nicht umsonst geht es in den meisten Fitness-Studios erst mit einem 12-Monats- bzw. 24-Monats-Vertrag los. Davon abgesehen, sind konstante Einnahmen in jedem Business wichtig und da ist es wenig zielführend, wenn der Otto-Normal-Kunde nach beispielsweise 12 Monaten per Kündigung glücklich wieder aus dem Fitness-Studio verschwindet, da er sein Gewichtsziel erreicht hat, denn nicht jeder möchte stark oder durchtrainiert sein. Davon abgesehen nutzen Mitglieder, die ausschließlich an ein oder zwei Cardiogeräte gehen, keine Kraftgeräte ab, wodurch Reparatur- bzw. Instandsetzungskosten eingespart werden könnten.

Aber nun genug zu den möglichen Motiven der Trainer. Mein Motiv ist der körperliche Erfolg meiner Leser, daher kommen wir nun zur Essenz des Beitrages.


Warum gewöhnliches Cardio-Training schlecht ist

Moderates langwieriges Cardio-Training ist eine stressige Belastung für den Körper, die dem Körper insbesondere ein Signal schickt: Es ist anstrengend und er will bzw. muss sich derart anpassen, dass er weniger Energie “verschwendet”, also die Kalorienverbrennung minimiert. Daraufhin stößt die Schilddrüse das Hormon T3 (Trijodthyronin bzw. Triiodthyronin) aus, woraufhin der Körper mit einem Fettabbaustopp reagiert. Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion leiden immer unter einer Stoffwechselstörung, die einen niedrigen körperlichen Grundumsatz zur Folge hat, was ebenfalls mit dem Hormon T3 zusammenhängt.

Mit jeder Cardio-Trainingseinheit kommt der Körper mit immer weniger Energie aus, weil es für ihn immer einfacher wird. Die allermeisten Cardiogerätenutzer passen die Belastung nicht mit der Zeit an, sondern laufen konstant, Tag für Tag und Woche für Woche, ihre 8, 9 oder 10 km/h konstant. Wie ich erwähnt habe, ist eine gleichbleibende lange Belastung für den Körper Stress und auf Stress reagiert unser Körper denkbar schlecht, was einen Gesundheitsfeind auf den Plan ruft: Das Stresshormon Cortisol, welches die Ursache für Blutzuckerschwankungen, Schlafstörungen und Gewichtszunahmen ist. Das hartnäckige Bauchfett unter Stresseinfluss wegzubekommen, ist daher eine Sache der Unmöglichkeit, weshalb eine Sache denkbar ungünstig ist: Moderates langwieriges Cardio-Training, Tag für Tag, Woche für Woche.

Wie viele Menschen mit Abnehmziel joggen regelmäßig 60 Minuten auf dem Laufband und wundern sich, warum ihr Körper sich nicht verändert. Weder die Muskulatur wird härter oder straffer, noch verschwinden die Fettpölsterchen. Meist laufen solche Menschen bereits jahrelang und haben ihr Wunschgewicht immer noch nicht erreicht. Im besten Fall wandeln nehmen sie kurzzeitig ab, dann bleibt ihr Körpergewicht gleich und irgendwann finden sie sich – im schlimmsten Fall – bei ihrem Ursprungsgewicht wieder, aber sie laufen weiter und weiter.
Damit es dir nicht so ergeht, komme ich nun zu den Alternativen zum moderaten Cardio-Training: Was kann man tun, um dennoch Fett zu verlieren?


Effektiv Fett verbrennen ohne moderates Cardio-Training

Ich habe für euch 3 kurze Tipps mit den dazugehörigen Erklärungen, falls etwas unklar ist.

Tipp 1) Verschaffe dir genauen Überblick über deine Kalorienverbrennung

Fett verbrennen ist keine Sache des Trainings, sondern der richtigen Ernährung. Alles, was wir essen, liefert Kalorien. Es liegt an dir, herauszufinden bzw. zu berechnen oder zu schätzen, wie viele Kalorien dein Körper tatsächlich täglich benötigt. Wenn du diesen Wert ermittelt hast, bleibst du einfach unterhalb dieses Wertes. Je höher das dadurch entstehende Kaloriendefizit, umso höher ist dein Fettverlust. Der Körper greift, um die Energie zu bekommen, die er für den Alltag benötigt, auf deine Fettreserven zurück.

Wenn du Fett verbrennen möchtest, ist der Weg über die Ernährung der absolut stressfreieste Weg, denn deine Ernährung anzupassen verursacht im Körper logischerweise keinen Belastungsstress, da er keine Belastung hat.

Tipp 2) Betreibe intensiven Kraftsport, um deinen Stoffwechsel zu beschleunigen

Die Belastung auf den Körper durch intensives Krafttraining ist nicht zu vergleichen mit der moderaten Belastung eines schlechten Cardio-Trainings. Intensives Krafttraining baut Muskulatur auf (bzw. setzt die notwendigen Reize zum Muskelaufbau), beschleunigt dadurch den Stoffwechsel und treibt deinen Kalorienbedarf letztendlich in die Höhe, denn jedes Mehr an Muskulatur verbrennt zusätzliche Kalorien.
Natürlich verursacht auch eine kraftsportliche Belastung im Körper Stress, aber die effektive Belastungszeit in einem Krafttraining ist um ein vielfaches niedriger als beispielsweise in einem 60-minütigen Joggingprogramm.
Zusätzlich dazu ist die Belastung in einem Kraft-Workout nicht gleichbleibend. Satzpausen, verschiedene Übungen und eine völlig andere Belastung auf die Muskulatur, sind der Grund, warum sich der Körper bei dieser Belastung deutlich wohler fühlt, als bei einem moderatem Cardiotraining.

Tipp 3) Wenn du Cardiotraining liebst, dann wende es intelligent an

Wenn man sich die letzten 300 Zeilen anschaut, sieht man, dass ich mich immer auf das Wort “moderat” fixiere, denn das ist, was gefühlt 99,5% der Mitglieder im Fitness-Studio absolvieren. Auch wenn gleichbleibende Cardiobelastungen für den Körper keine besonders angenehmen Belastungen sind, bedeutet das nicht, das jedes cardiovaskuläre Training von nun an gestrichen ist. Eine intakte Herz-Kreislauf-Fitness ist sehr wichtig und nichts fordert das Herz mehr, als eine Herz-Kreislauf-Belastung, wie es der Name schon sagt. Insofern sollte man daran trotzdem denken!

Um deine Herz-Kreislauf-Fitness aufrecht zu erhalten bzw. zu verbessern oder einfach aus dem Grund, weil du gerne läufst bzw. Cardiotraining liebst, kannst du auf Cardiotraining zurückgreifen, jedoch in Form einer deutlichen intensiveren Variante. Ich verweise an dieser Stelle auf meinen Artikel zum Thema “High Intensity Interval Training”, den du dir mal in Ruhe durchlesen solltest, wenn du interessiert bist. Hochintensives Cardiotraining, also Intervallläufe sowie Sprints, sind sehr effektive Cardio-Methoden.


Fazit

Die Message meines Beitrages sollte klar sein. Moderates Cardio-Training ist kein Gift und mal ein Läufchen durch den Park oder Wald, wird deinen Stoffwechsel nicht zum Erliegen bringen. Wenn dein Ziel aber das effektive Fettverbrennen ist, dann solltest du entweder einen großen Bogen um die Cardiogeräte machen oder Cardiotraining intelligent anwenden!

Ich hoffe dir hat der Beitrag gefallen und du nimmst etwas an neuem Wissen mit.
Maximale Erfolge! 🙂

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