Aspartam – Eine Gefahr oder nicht?

von Patrick

Entwarnung für den Süßstoff Aspartam? Wie gefährlich ist er wirklich?

Aspartam – Wie gefährlich ist der Süßstoff wirklich?

Beim Thema Süßstoffe hört man immer wieder von Aspartam. Dabei fallen die Meinungen nicht immer positiv aus, wie berechtigt ist das?
Ist es tatsächlich ein schädlicher Süßstoff, der womöglich weitreichende gesundheitliche Konsequenzen zur Folge hat? Oder ist der Konsum von aspartamhaltigen Lebensmitteln unbedenklich?

Das erfährst du in diesem Beitrag.


Was ist Aspartam?

Es ist als Süßungsmittel weltbekannt. Egal ob Softdrinks, Kaugummis oder Süßigkeiten, das Süßungsmittel ist mittlerweile in allen Bereichen vertreten. Als prominentestes Beispiel gilt hier vermutlich Coke Zero.
Aspartam ist rund 200 mal so Süß wie Zucker. An sich ist es nicht kalorienarm, aber durch die extrem starke Süßungsfähigkeit sind nur sehr geringe Mengen notwendig, um Zucker zu ersetzen und ein Lebensmittel auch ohne Zucker süß schmecken zu lassen.

In der EU sind bzw. müssen sämtliche Lebensmittel, diesen Süßstoff enthalten, entsprechend gekennzeichnet werden, wobei dies ein gängiges Verfahren sämtlicher Inhaltsstoffe darstellt. Dadurch findet man (in den jeweiligen Inhaltsübersichten der betroffenen Produkte) entweder den Eintrag “Aspartam” in der Zutatenliste relativ weit hinten, da Zutatenaufzählungen immer der Masse nach sortiert sind, oder den Eintrag “E 951”, wohinter sich der Süßstoff ebenfalls verbirgt.

Seit längerem sorgen sich Verbraucher über mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Süßstoff, aber wie akut ist die Gefahr?


Europäisches Gutachten

Aspartam wurde von der EU-Lebensmittelbehörde, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), abschließend untersucht. Dabei wurde nicht nur der Stoff selber untersucht, sondern auch die Stoffe, in welche dieser im Darm nach der Verdauung zerfällt, um sämtliche Risiken abschätzen zu können.

Dabei wurde die von der EU empfohlene tägliche Höchstdosis von Aspartam beachtet, sowie die derzeit in den Softdrinks, Süßigkeiten etc. enthaltenen Anteile von diesem. Die empfohlene Tageshöchstdosis in der EU liegt übrigens bei 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Die Untersuchung der EFSA kam zu folgendem Schluss:
Laut dem aktuellen Gutachten von Ende 2013 besteht weder bei Aspartam, noch bei irgendeinem Folgeprodukt der Verdauung, ein gesundheitliches Risiko bei den derzeit üblichen Mengen, die in unseren Lebensmitteln enthalten sind.

Die Untersuchung brachte folgende Ergebnisse hervor:

  • „Nach einer sorgfältigen Auswertung der Erkenntnisse aus Tier- und Humanstudien konnten die Sachverständigen das potenzielle Risiko einer Erbgutschädigung oder Krebsentstehung durch Aspartam ausschließen.”
  • „Die EFSA-Sachverständigen zogen zudem den Schluss, dass Aspartam nicht das Gehirn oder das Nervensystem schädigt und sich weder bei Kindern noch Erwachsenen auf das Verhalten oder kognitive Funktionen auswirkt“.

Auch für schwangere Frauen soll das in Aspartam enthaltene Phenylalanin kein Risiko für sie selber bzw. für das heranwachsenden Fötus darstellen.

Verweis zur Pressemeldung: EFSA Pressemeldung – EFSA schließt vollständige Risikobewertung zu Aspartam ab und kommt zu dem Schluss, dass es in den derzeitigen Expositionsmengen sicher ist


Unbedenklich bis zum Grenzwert

Wie bereits weiter oben beschrieben, liegt der Grenzwert, also die empfohlene Höchstdosis, bei 40 mg Aspartam / Kilogramm Körpergewicht. Die Tagesdosis liegt für einen 70 kg schweren Menschen somit bei 2800 mg Aspartam, also 2,8 Gramm.

In Coke Zero sind zum Beispiel 120 mg Aspartam pro Liter Softdrink enthalten. Um an den Grenzwert zu gelangen, wären bei einem 70 kg schweren Menschen also etwa 23,3 Liter Coke Zero nötig – pro Tag. Eine unmögliche Menge an Flüssigkeit, denn ab etwa 10 Liter Wasser beispielsweise könnten bereits ernsthafte Schäden an inneren Organen auftreten, die letztendlich auch zum Tod führen können, da sie mit der Menge an Wasser bzw. Flüssigkeit schlichtweg nicht arbeiten können. Unser Körper kann schließlich nur eine gewisse Menge Flüssigkeit am Tag auch wieder ausstoßen. Eine 50 kg schwere Frau beispielsweise würde erst mit 16,66 Liter Coke Zero auf den Aspartam-Grenzwert stoßen. In meinen Augen sind das utopische Werte, die niemand auch nur annähernd erreichen würde.

Lediglich Menschen, die unter der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden, müssen Aspartam meiden, da es die Aminosäure Phenylalanin enthält, die ihr Körper nicht verträgt. Betroffene dieser Krankheit müssen daher stets eine phenylalaninarme Ernährungsweise führen. Jegliche aspartamhaltige Lebensmittel fallen dabei dann natürlich raus.

Ein kleiner Hinweis noch am Rande: Risiken treten erst ab diesem Grenzwert auf und sind, wie wir alle wissen, selten knapp bemessen. Die EFSA hat für die Erstellung ihres abschließenden Gutachten hunderte von Studien zu Rate gezogen und ist als EU-Lebensmittelbehörde unserer Gesundheit verpflichtet. Ob man diesem Gutachten vertraut, muss man natürlich für sich selber entscheiden.


Fazit

Ich persönliche betrachte das Gutachten der EFSA als sicher.
Es ist meiner Meinung nach ein Schlag in das Gesicht aller Kritiker, die auch heute noch aus Angst vor dem “schädlichen Aspartam” lieber literweise zuckerhaltige Getränke trinken. Wer ein Haar in der Suppe finden möchte, der wird auch weiterhin ein Haar in der Suppe finden, denn manche Menschen sind grundsätzlich beratungsresistent, unbelehrbar und unverbesserlich. Insofern wird auch so ein Urteil nicht alle kritischen Stimmen verblassen lassen, in dem Punkt bin ich mir sehr sicher.
Letztendlich bin ich der Meinung, dass jedes erwachsene Individuum selbst verantwortlich ist, für das, was er isst oder trinkt. Ich kann mit meiner Website lediglich eine Art gesundheitliche Hilfestellung bieten und würde ausdrücklich davor warnen, wenn ich eine Gefahr für mich oder meine Leser sehen würde.

In dem Punkt bin ich mir allerdings auch sicher: Augenscheinlich ist dieser Süßstoff keine Gefahr für die Menschheit, aber Übergewicht ist eine. Wer Angst vor süßstoffhaltiger Limonade hat, der sollte entsprechend zu Wasser greifen und nicht auf zuckerhaltige Limonaden zurückgreifen.

Bevor ich es vergesse: Insbesondere im Zusammenhang mit der Thematik Süßstoff, erreichen mich regelmäßig Mails mit Textauszügen diverser Websiten, die Aspartam verteufeln und das an Tierversuchen ausmachen. Natürlich verträgt eine kleine Maus nicht so viel wie ein ausgewachsener Mensch, denn eine durchschnittliche Maus wiegt gerade einmal zwischen 40-60 Gramm, ist also nicht einmal 100 Gramm schwer. Bricht man den Grenzwert von 40 mg / Körpergewichtskilogramm auf die 60 Gramm Körpergewicht einer Maus herunter, sind wir bei 2,4 mg Aspartam als Grenzwert. Das man eine kleine Maus somit selbst mit geringen Mengen relativ schnell schädigen bzw. einem Krebsrisiko aussetzen kann, das sollte jedem auffallen. Da eine Maus tendenziell weniger resistent gegen eine künstliche Substanz sein wird, als ein Mensch, schätze ich den Grenzwert dort noch um einiges geringer ein.

In diesem Sinne: Guten Hunger oder guten Durst – mit oder ohne Aspartam! 🙂

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